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Sommerlehrgang in Zehdenick

Was war das?

Die Frage stelle ich mir nach einem weiteren Wochenende, das ich in Zehdenick verbringen durfte. War es ein Karate-Lehrgang, eine Werbung für den Budo-Sport oder eine komplexe Darstellung von der Entwicklung unserer Stilrichtung?

Ich denke, es war von allem sehr viel. Es war sehr spannend verschiedene Entwicklungsschritte unserer Stilrichtung zu sehen, auszuprobieren und die Erkenntnis zu erlangen, dass es, der immer wieder erwähnte, nicht endende Weg ist, der die Sache so interessant macht. Es war eine wirkliche Masse an Informationen, die nun erst einmal verarbeitet werden muss.

Bob Nash, Tobin Threadgill und Tatjana Petrovic waren die geladenen Lehrer, die ihrem vorauseilenden Ruf auch voll gerecht wurden.

Tatjana Petrovic vermittelte mit viel Spaß und Witz Kumiteübungen.

Tobin Threadgill ist die leitende Persönlichkeit des Shindo Yoshin Ryu Ju Jutsu. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten zeigte er eindrucksvoll durch Demonstration und Partnerübungen.

Bob Nash arbeitete an Wado Grundtechniken, Kata und wollte auch noch Kihon Kumite machen, wozu die Zeit dann doch nicht mehr reichte.

Den Rahmen bildete wieder das Oberstufenzentrum in Zehdenick, wo der Verein Taika die Organisation bestmöglich führte.

Leider hatten nur ca. 60-70 Leute diese hervorragende Möglichkeit wahrgenommen, davon waren viele aus ganz Europa angereist. Die Fahnen von Nippon Potsdam wurden von Ingolf und mir hochgehalten. Schade für die Organisatoren und die, die es verpasst haben, gut für uns, die Anwesenden. So wurden die Inhalte noch intensiver vermittelt. Es gab einen Trainingsplan der täglich fünf Stunden Training vorsah. Dies reichte den Trainern und Schülern aber nicht aus, um die gewünschten Information zu transferieren. Am Ende waren es dann am Samstag so um die 7 ½ bis 8 Stunden Training.

Das Training begann am Samstag und Sonntag mit einem jeweils einstündigen Vortrag der Trainer über ihre persönliche Entwicklung und Demonstrationen ihrer Spezialgebiete. Da war es dann auch gleich, das Wort "Demonstrationen". Tobin Threadgill führte verschiedene Hebeltechniken zur Selbstverteidigung vor und alle dachten: Das ist abgesprochen!!! Es war einfach nicht zu erkennen, warum der Partner ständig am Boden lag. Also musste eine neue Kraft ran, "unverbraucht", gerade erst angekommen und ohne Möglichkeit Absprachen zu treffen.
Zur allgemeinen Freude (und wohl auch Erleichterung) der anderen, fiel die Wahl auf mich. Jetzt lag ich ständig auf der zum Glück vorhandenen Matte und konnte mir das nicht wirklich erklären. Auch die Superzeitlupe des Videos gibt keinen Aufschluss über die Gründe. Das anschließende Training mit Tobin Threadgill brachte ein ganz klein wenig Licht ins Dunkel, ohne dass wir auch nur ansatzweise diese Leichtigkeit in den Bewegungen entwickeln konnten. Das Training stellte viele Parallelen zum Wado-Karate her, in dieser Einheit insbesondere zu den bekannten Idori-übungen des Wado Karate. Ein deutlicher Beweis dafür, dass Otsuka Sensei diesen Kampfstil vor seiner Karatezeit betrieb.

In der nächsten Einheit vermittelte uns Tatjana Petrovic Wettkampftechniken. Neue, witzige Formen der Erwärmung lockerten die Stimmung und ließen uns die Anstrengungen bei Temperaturen um die 30 Grad schnell vergessen. Bei diesem Training standen taktische und rhythmische Bewegungsformen im Vordergrund. Hier wurden viele Hinweise für einen Trainingsaufbau gegeben.

Bob Nash durfte der Gruppe der Schwarzgurte dann zum letzten Training des Tages vorstehen. Am Anfang wurden die gewünschten Inhalte besprochen, 2 Katas und zwei Kihon Kumite und…
Kurzum wir haben nur Kata Chinto, dafür aber in allen Einzelheiten, trainiert. Es war, wie mir schon aus früheren Einheiten mit Bob Nash bekannt, die Arbeit bis ins allerkleinste Detail, die es so interessant machte.

Auch der folgende Grillabend ließ keine Fragen und Wünsche offen. Leckere Grillwurst, Steaks und Salate waren zubereitet und?! Freibier ohne Ende.

Danke an Taika Zehdenick!

Nach einem einstündigen Vortrag der Trainer am Sonntag früh, trainierten wir bei Bob Nash Kata Seishan, auch das wie am Vortag bis ins kleinste Detail und ohne Chance noch etwas weiteres ins Programm zu bekommen, obwohl wir schon ein Stündchen überzogen.

Zum Schluss was für die, die nicht nach Zehdenick kamen:

Es war sehr gut und Ihr habts verpasst!
Ihr habt was wirklich Gutes verpasst, ganz sicher!


Martin