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Ein viertel Jahrhundert Nippon Potsdam

Die Geschichte unseres Karateklubs begann in den frühen 1980’er Jahren. Nach anfänglichen Versuchen, die Kampfkunst aus in die DDR eingeschleusten Büchern zu erlernen, fassten die Mitglieder der damals noch existierenden Schulsportgruppe den riskanten Entschluss, sich in Westberlin Hilfe zu suchen. Diese unglaubliche Geschichte kann in unserer Vereinschronik nachgelesen werden. Nach ersten Briefwechseln wurde am 16.08.1985 der Karateklub Nippon inoffiziell gegründet.

 

Ein „konspiratives“ Treffen mit Mitgliedern des Berliner Karateverbandes in Ostberlin sollte dem weiteren erfolgreichen Weg entscheidende Impulse geben. Die damals geltenden Besuchsregelungen wurden durch unsere neuen Westberliner Freunde sehr weit ausgelegt. Mindestens einmal im Monat konnten fortan bei erfahrenen Kampfsportlern und Trainern von Nippon Berlin die Grundlagen des Karate erlernt werden. Ohne Peter Wirbeleit, Detlef Guggenberger und vielen anderen, die uns unterstützten, wäre an die weitere Geschichte des Vereins nicht zu denken gewesen. Dass das Training unter den sehenden Augen der Staatssicherheit stattfand, wurde zwar geahnt, Gewissheit darüber sollten wir aber erst nach dem Mauerfall, beim Studium der hunderten Seiten Aktenmaterials erlangen.Kampfsportarten, die außerhalb staatlicher Kontrolle lagen, waren zwar nicht verboten, von staatlicher Seite aus aber nicht erwünscht und wurden sehr misstrauisch beobachtet. Umso erfreuter fanden wir Gleichgesinnte in Dresden. Die gemeinsamen Trainingseinheiten und Feiern mit ihnen gaben uns neue Impulse. Wir waren sehr gern Gäste von Raffael Platzer (heute Wado Kai Dresden).

 

Ich selbst begann mit dem Karate im Jahr 1987, damals nach den Büchern von Albrecht Pflüger. Ab 1988 trainierte ich aktiv Shotokan-Karate in Drewitz. Aus der Gruppe sollte später der Potsdamer Preussen e.V. entstehen. Mit dem Wechsel zu Nippon Potsdam im Jahr 1989 war auch der Stilrichtungwechsel zum Wado Ryu vollzogen.

 

Wenig später fiel friedlich die Mauer.Nicht nur politisch, sondern auch karatetechnisch, muss der November 1989 als besonders erfreulich betrachtet werden.

Wir nutzten die gewonnene Reisefreiheit unter anderem, um uns bei Nippon Berlin auf die Kyu-Prüfungen vorzubereiten. Besonders das Angebot von Andreas Sparmann, an den Samstagen vormittags unentgeltlich zu trainieren, wurde von uns dankbar angenommen.

Besondere Highlights waren auch die traditionellen „Kono-Lehrgänge“ zum Neujahr und zu Ostern im Bremen. Hier kamen Karateka aus ganz Deutschland und vielen europäischen Ländern zusammen, um zu trainieren und sich näher kennenzulernen. Die für uns damals utopischen, da im D-Mark zu entrichtenden Teilnahmegebühren, wurden uns in der ersten Zeit großzügig erlassen. Bis zu seinem Tod fuhren wir regelmäßig zu den von Sensei Kono ausgerichteten Lehrgängen.

 

Unser kleiner Verein wuchs beständig und hatte zeitweise über 50 Mitglieder. Auf Grund der neuen Rechtslage erfolgte 1990 die offizielle Gründung und Eintragung als gemeinnütziger Verein „Karate - Klub NIPPON Potsdam e.V.“. Bei Interesse kann näheres in unserer Satzung nachgelesen werden.

Die Kontinuität und Qualität der Vereinsarbeit wird seit Jahren durch einen Kern von Mitgliedern gewährleistet, die sowohl den Vorstand innehaben, als auch den Trainingsbetrieb sicherstellen. Regelmäßig fahren Trainer und Trainierende zu nationalen Lehrgängen, um aktuelle Entwicklungen im Wado Ryu Karate zu beobachten. Hochrangige japanische und internationale Lehrer vermitteln hier ihre Kenntnisse und geben die Tradition unserer Stilrichtung weiter(siehe Berichte der vergangenen Jahre). Unsere gewonnenen Erfahrungen fließen natürlich in unser Trainings- aber auch das Prüfungsprogramm ein.

Mit und bei uns Trainierende gründeten in den vergangenen Jahren eigene Vereine und sind dort ebenfalls als Trainer sehr erfolgreich. Erwähnen möchte ich sowohl Andreas Heinrich, der die Taika Union in Potsdam gegründet hat als auch Mathias Gäbel, den Gründer des Shuhari e.V. in Michendorf. Beide sind aktiv als Trainer und auf Lehrgängen tätig.

 

Nippon Potsdam trainiert regelmäßig dienstags von 18.30 Uhr bis 21.30 und donnerstags von 17.30 bis 20.00 Uhr in der Turnhalle der Zeppelin- Grundschule (ehemals POS 23/32) in Potsdam-West, der Halle die uns schon seit 25 Jahren als Dojo dient. Diese Zeiten werden nur durch die Schulferien unterbrochen oder wie momentan durch Bau– und Sanierungsarbeiten, wo uns andere Hallen als Ausweichquartier dienen müssen.

In den Sommerferien treffen wir uns regelmäßig zum Fußball auf einem der Potsdamer Fußballplätze. Die hier erworbene Kompetenz konnten wir wiederholt beim Nowaweser ,-Blutgrätschen-Cup unter Beweis stellen. Unsere und die auf anderen Seiten geposteten Berichte von diesen Turnieren sprechen für sich.

 

Ich freue mich auf die nächsten 25 Jahre.

Nippon Potsdam - herzlichen Glückwunsch!

Die Party steigt auf dem Vereins-Geburtstagsfeier-Sommerfest.